Schützenfest in Lilienthal

Festival der Tore bei Deutscher Meisterschaft

Nicht einmal 100 Gegentore, so das Gesamtfazit der Berlin Broilers 04 e.V. zum Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften im Floorball Kleinfeld der Herren in Lilienthal bei Bremen am 30. Juni und 1. Juli 2012.

Nach einer famosen Saison für die BERLIN BROILERS, die in der heimischen Liga ohne Niederlage in regulärer Spielzeit absolviert wurde, ereilte dem Landesmeister Berlin-Brandenburg eine Pleiteserie der Extraklasse beim Saisonfinale. Am Ende konnte lediglich ein 8. Platz verzeichnet werden. Neuer Deutscher Meister auf dem Kleinfeld wurde der gastgebende TV Lilienthal, der sich im Finale gegen den VfL Red Hocks Kaufering mit 5:4 durchsetzen konnte. 

Die Broilers mussten auf die Torjäger Jan und Perttu, den Topvorbereiter Tim, Verteidigerin Steffi und die beiden Stammtorhüter Max und Christian verzichten. Zudem waren sie neben der SG Siems/Tetenbüll das einzige Team mit Mädels auf dem Spielfeld am Start. Das erste Spiel einer Mannschaft der BROILERS bei einer Deutschen Meisterschaft fand gegen den TV Südkamen statt. Schnell gerieten die BROILERS in Rückstand und schnell merkten alle, dass es nicht leicht werden würde hier zu bestehen. So stand es bereits nach 1:45 Minuten 0-3 und über das erste Tor bei einer Deutschen Meisterschaft durfte erst in Minute 15:33 zum 1-6 Zwischenstand gejubelt werden; Torschütze Dominique auf Vorlage von Mitch darf sich im Geschichtsbuch der BROILERS verewigen. Der Endstand von 5-19 (2-8, 3-11) war durchaus leistungsgerecht, jedoch entsprach die Mannschaftsleistung nicht annähernd dem, was in der regulären Saison gezeigt wurde. 

Im Spiel zwei gegen den SV Internationale Schule Hannover rechnete man sich einiges aus, da die Hannoveraner gegen Südkamen ebenfalls deutlich verloren hatten. Schnell wurde man eines besseren belehrt; die viel zu offensiv stehenden BROILER ließen sich ein ums andere Mal auskontern und wurden beim 28-6 förmlich überrannt. Zudem vergab man selbst mindestens ein Dutzend hochkarätige Chancen, darunter beim Stand von 0-8 sogar ein vergebener Penalty durch Flo (Minute 12:08). Zu keiner Zeit wurde ein Mittel gegen die mit einer "Eishockeytaktik" antretenden Leinestädter gefunden. Zumindest der Hallenboden war nach dem Spiel blitzeblank, wurde dieser doch 40 Minuten lang mit völlig überforderten BROILERS gewischt. Der Endstand einer einseitigen Begegnung lautete 6-28 (1-12, 5-16). Dies stellt die höchste Niederlage in der Geschichte der BROILERS dar. 

 

Nach den ernüchternden beiden Niederlagen ging es in Spiel drei gegen den USV Jena. Zum ersten Mal bei dieser Meisterschaft roch es zumindest kurzzeitig nach einem ausgeglichenen Spiel. In Bestform wäre dieser Gegner wohl zu bezwingen gewesen, aber die Kräfte schwanden langsam und auch die Motivation war ob des schon feststehenden Ausscheidens in der Vorrunde im Keller. Das 6-13 (3-6, 3-7) kam dem Team dennoch wie ein Erfolg vor, am Morgen des Tages hätte man es wohl noch für eine Klatsche gehalten. 

Am Abend fand dann Frustbewältigung statt. Mehrere Kästen Bier und einige Flaschen Prosecco später war zumindest die Teamstimmung wieder in Ordnung. So wurde Todde im von ihm ob der historischen Niederlagen zur Verfügung gestellten Kapitänsamt bestätigt und auch Pleitecoach Noel darf mindestens noch bis zur übernächsten Saison weitermachen. Für einige BROILERS wurde es zudem eine kurze Nacht in deren Verlauf nicht nur die Biervorräte zur Neige gingen, sondern auch die unglaublich sinnvoll montierte Alarmanlage in der angemieteten Ferienwohnung (unfreiwillig!) mehrere Male getestet wurde.

Im Platzierungsspiel und damit im letzten Saisonspiel der Saison ging es für die BROILERS gegen die SG Siems/Tetenbüll noch um den Kampf um Platz 7. Trotz guter Vorsätze stand es zu schnell 11-0 für den Gegner und ein erneutes Schützenfest auf Kosten der BROILERS fand statt. Nach einem Halbzeitstand von 1-11 und einer flammenden Ansprache der bemitleidenswerten Torhüterin Toni rissen sich die BROILERS nochmal zusammen und erzielten mit einem 6-6 wenigstens ein Unentschieden in der 2. Halbzeit, so dass es zu einem versöhnlichen Abschluss kam. Zum ersten Mal im Verlaufe des Wochenendes wurde eine Halbzeit nicht verloren!

Es bleibt festzuhalten, dass die Broiler dem Topniveau in der nationalen Spitze in keiner Weise gewachsen sind. Dennoch war die Endrunde letztendlich eine Erfahrung, die man nicht missen möchte. Trotz der wirklich unglaublichen Anzahl von Gegentoren hat die Mannschaft einen tollen Zusammenhalt bewiesen und den Spaß bei diesem Turnier nie gänzlich verloren. Zudem konnten sich alle Feldspieler im Rahmen aller vier absolvierten Spiele in die Scorerliste der Deutschen Meisterschaft eintragen. Dies gelang sogar auch Perttu, obwohl der gar nicht mit angereist war und dem wegen einer Verwechslung zwei Tore von Robert gut geschrieben wurden. Die Rekordgegentoranzahl von 76 (Sechundsiebzig!!!) in nur vier Spielen wird vermutlich ein einsamer Rekord bei den Deutschen Meisterschaften im Kleinfeld bleiben.

Mit dem Erreichen der Endrunde der Deutschen Meisterschaft und einem 8. Platz bei der DM wurde die erfolgreichste Saison der BERLIN BROILERS seit Gründung des Vereins gespielt. Regionalligameister im Kleinfeld, Vizemeister im Großfeld, nominell achtbestes Kleinfeld-Team in Deutschland. Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Jeder einzelne BROILER ist stolz, Mitglied dieses Teams zu sein! 

Weitere Berichte/Infos:

http://floorball-lilienthal.de/im-herzschlag-finale-zum-titel/

http://statistik.floorball.de/index.php?seite=table&table=21

http://www.floorballmagazin.de/2012/07/02/heim-triumph-fur-lilienthal/

http://www.unihockey-jena.de/tiki-index.php

http://unihockey-holzbuettgen.de/2012/07/02/5-platz-bei-der-deutschen-meisterschaft-in-bremen-uber-lospecht-und-ein-tolles-wochenende-in-bremen-lilienthal/#more-4981

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